Viele Bars liegen in historischen Altbauten, Souterraingeschäften oder engen Innenstadtgassen. Wenn Gäste mit Rollstuhl, Gehhilfe oder Kinderwagen einen Abend planen, suchen sie vorab verlässliche Fakten. Allgemeine Werbefloskeln wie „gemütlich und barrierearm“ helfen nicht weiter, wenn am Eingang zwei unangekündigte Stufen warten.
Mit einer präzisen Beschreibung auf Ihrer Website schaffen Sie Vertrauen, sparen dem Barpersonal zeitraubende Telefongespräche während der Vorbereitung und ermöglichen allen Gästen einen entspannten Besuch. Diese Anleitung führt Sie Schritt für Schritt durch die Bestandsaufnahme und die digitale Veröffentlichung.
Schritt 1: Eingangsbereich vermessen und Stufen erfassen
Beginnen Sie direkt an der Straßenseite. Der erste Eindruck vor Ort entscheidet darüber, ob ein Gast Ihre Bar eigenständig betreten kann.
Nehmen Sie einen Zollstock zur Hand und notieren Sie folgende Eckdaten:
- Stufenanzahl und Höhe: Gibt es Stufen vor oder hinter der Eingangstür? Messen Sie jede Stufe in Zentimetern nach. Notieren Sie auch, ob ein Handlauf vorhanden ist.
- Türbreite: Messen Sie das lichte Durchgangsmaß der geöffneten Eingangstür (von der Türkante bis zum Rahmenanschlag).
- Türschwellen: Auch Schwellen von wenigen Zentimetern stellen für viele Rollstühle ein Hindernis dar.
- Mobile Rampen: Falls Sie eine Anlegerampe im Lager aufbewahren, notieren Sie deren Traglast, Steigung und wo der Gast klingeln oder sich bemerkbar machen kann.
Formulieren Sie das Ergebnis nüchtern: „Zwei Stufen (je 14 cm Höhe) vor der Eingangstür. Eine mobile Rampe steht auf Anfrage bereit. Die lichte Türbreite beträgt 85 cm.“
Schritt 2: Bewegungsflächen und Tischvarianten prüfen
In einer Bar dominieren oft Stehtische, feste Barhocker und enge Sitznischen. Für Gäste mit Rollstuhl oder Gehhilfen sind jedoch klassische Tischhöhen und freie Durchgänge entscheidend.
Gehen Sie durch den Gastraum und prüfen Sie:
- Gangbreite: Kommt ein Rollstuhl problemlos zwischen den Tischreihen hindurch, ohne dass andere Gäste aufstehen müssen?
- Tischhöhe und Unterfahrbarkeit: Haben Sie Tische mit regulärer Sitzhöhe (ca. 75 cm), die sich unterfahren lassen? Vermeiden Sie Überraschungen, indem Sie angeben, ob nur Hochtische vorhanden sind.
- Flexibilität der Möblierung: Können Stühle bei Bedarf unkompliziert entfernt werden, um Platz für einen Rollstuhl zu schaffen?
Wer über ein digitales Reservierungssystem bucht, profitiert davon, wenn er solche Wünsche direkt anmerken kann oder bereits online sieht, welche Tische geeignet sind.
Schritt 3: Den Sanitärbereich sachlich beschreiben
Der Weg zur Toilette ist für Gäste mit körperlichen Einschränkungen das wichtigste Ausschlusskriterium. Eine ungenaue Auskunft führt hier schnell zu Frust.
Erfassen Sie die Fakten sachlich:
| Bereich | Wichtige Prüfpunkte | Konkrete Formulierung |
|---|---|---|
| Zugang | Stufenlos oder Treppe? | „Damentoilette ebenerdig, Herrentoilette über 5 Stufen im Zwischengeschoss erreichbar.“ |
| Türmaß | Lichte Breite der Toilettentür | „Durchgangsbreite der Toilettenkabine: 78 cm.“ |
| Ausstattung | Haltegriffe, Wendekreis | „Kein rollstuhlgerechtes WC vorhanden; Kabine bietet keinen Platz für Rollstühle.“ |
Sollte Ihre Bar über keine rollstuhlgerechte Toilette verfügen, schreiben Sie dies klar und deutlich. Das ist professionell und erspart peinliche Momente vor Ort.
Schritt 4: Die Details digital veröffentlichen
Sobald alle Maße vorliegen, binden Sie die Informationen an zwei zentralen Stellen ein:
Auf Ihrer Website erstellen Sie einen klar benannten Abschnitt, beispielsweise unter „Anfahrt & Zugänglichkeit“. Strukturieren Sie den Text mit kurzen Zwischenüberschriften für Eingang, Gastraum und WC. Platzieren Sie den Link dazu gut auffindbar im Menü oder im Fußbereich. Ähnlich wie bei Hinweisen zum Parken, wie im Ratgeber Hotel-Telefon entlasten: Parkplatz-Fragen auf der Website beschrieben, gehört die Information dort hin, wo der Gast ohnehin nach Standortdetails sucht.
Pflegen Sie parallel Ihr Google-Unternehmensprofil. Google bietet unter den Attributen spezifische Felder für Rollstuhlgerechtigkeit (Eingang, Sitzplätze, WC, Parkplatz). Setzen Sie diese Haken nur dann, wenn die Kriterien vollständig erfüllt sind, um Fehlleitungen durch Algorithmen zu vermeiden.
BONTRIVO: Zugangsdaten und Tische einfach pflegen
Mit BONTRIVO verwalten Sie Ihre Website, das Google-Unternehmensprofil und Tischreservierungen in einem Login für 29 € pro Monat (bei jährlicher Zahlweise von 348,00 € pro Jahr, Details unter /#preise).
Über die modularen Bausteine richten Sie transparente Infobereiche zu Stufen und Zugängen schnell ein. In der Tagesansicht behalten Sie den Überblick über Reservierungen und können Notizen zu passenden Tischen für Rollstuhlfahrende direkt erfassen.
## Häufige Fragen
### Reicht es aus, „barrierearm“ auf die Bar-Website zu schreiben?
Nein, der Begriff ist ungenau und lässt offen, welche Hürden tatsächlich vorhanden sind. Gäste mit Einschränkungen benötigen exakte Angaben zu Stufenanzahl, Türbreiten und Toiletten.
Sollte ich eine mobile Rampe online erwähnen, wenn sie im Lager liegt?
Ja, erwähnen Sie die Rampe unbedingt mit dem Hinweis, wie der Gast sich bemerkbar machen kann (z. B. Klingel am Eingang). Geben Sie dabei auch an, ob Personal beim Anlegen hilft.
Wie gehe ich damit um, wenn unsere Bar nicht stufenlos ist?
Nennen Sie die Anzahl und Höhe der Stufen ganz sachlich auf Ihrer Website. Ehrliche Angaben helfen Betroffenen bei der Entscheidung und verhindern Enttäuschungen am Abend.
Wo platziere ich Barrierefreiheits-Infos auf der Website am besten?
Am besten auf der Kontakt- oder Anfahrtsseite oder als eigener Unterpunkt im Menü. Achten Sie wie bei den Öffnungszeiten im Beitrag Bistro-Startseite: Öffnungszeiten im ersten Sichtfeld auf eine schnelle Auffindbarkeit.